Eigenrecherche in Patentdatenbanken (1): Was finde ich wo?

01.11.2005 – Wer selbst nach Patenten recherchieren will, dem stehen viele unterschiedliche Datenbanken offen. Für deren Auswahl ist wichtig, ob die relevanten Gebiete fachlich und zeitlich abgedeckt sind und ob die Recherche Kosten verursacht oder nicht. 
Frei zugängliche Datenbanken bieten eine Fülle von Informationen, haben jedoch meist folgende Nachteile: Ihr Datenbestand ist (noch) lückenhaft, der Aktualisierungszyklus ist relativ lang und die Suchkriterien sind beschränkt. Hier bieten kommerzielle Datenbanken exaktere und umfassendere Suchergebnisse. 


Die Eigenrecherche in kostenfreien Patentquellen bietet sich an für gelegentliche einfache Recherchen sowie für die Suche nach Patentnummern und Patentklassen. Sie eignet sich auch gut, um Recherchen in kommerziellen Patentdatenbanken oder um Auftragsrecherchen beim Spezialisten vorzubereiten. 

Guten Zugang bietet die kostenlose Online-Datenbank DEPATISnet des Deutschen Patent- und Markenamtes DPMA http://www.depatisnet.de . DEPATISnet ermöglicht Recherchen zu Patentveröffentlichungen, die sich im Datenbestand des Patentinformationssystems des DPMA befinden. 

Erfasst sind auch Dokumente ausländischer Patentämter beispielsweise von Australien, Japan, USA, Großbritannien, Italien und der ehemaligen Sowjetunion. Das Archiv umfasst ca. 30 Millionen Patentdokumente. Allerdings ist der Bestand nicht lückenlos, d.h. es fehlen meist ältere Jahrgänge. 
In den deutschen Offenlegungs- und Patentschriften ab 1987 ist eine Volltextrecherche in der gesamten Schrift möglich. 

Mit esp@cenet http://www.espacenet.com bietet das Europäische Patentamt (EPO) den kostenlosen Online-Zugang zu über 50 Millionen Patentdokumenten aus aller Welt sowie den Datenbestand der Patentämter, deren Staaten dem Europäischen Patentübereinkommen angehören. 

Weiterhin betreibt das Europäische Patentamt einen Publikationsserver https://publications.european-patent-office.org/PublicationServer/search.jsphttps://publications.european-patent-office.org/... , auf dem jeglicher Schriftverkehr zu europäischen Patenten bzw. Anmeldungen eingesehen werden kann. 

Kostenfrei sind auch die Patentserver des US Patent Office http://www.uspto.gov/patft/index.html und des Japanischen Patentamtes http://www.ipdl.ncipi.go.jp/homepg_e.ipdl . 

Die Eigenrecherche in kommerziellen Patentdatenbanken ist bei regelmäßigen Recherchen, der Suche nach Keywords, komplexeren Namenssuchen von Firmen bzw. Erfindern und für Recherchen nach dem Stand der Technik sinnvoll. 
Zugang zu allen wichtigen weltweiten Patentdatenbanken ermöglicht das Fachinformationszentrum (FIZ) Karlsruhe über seinen in Wissenschaft und Technik weltweit führenden Online-Service STN International http://www.stn-international.de . Über 220 Datenbanken mit ca. 400 Millionen Dokumenten (als Zitate oder im Volltext) nationaler und internationaler Patentämter stehen bereit. In den Volltextdatenbanken von STN International kann auf den vollständigen Wortlaut von Patenten zugegriffen werden. 

Bei Recherchen entstehen Kosten für die Online-Zeit, in der eine Verbindung mit einer Datenbank besteht (je nach Datenbank 50-100 Euro je Einschaltstunde) und/oder für den Abruf von Suchergebnissen in Form der Anzeige am Bildschirm oder Zusendung per Post (bis zu 3 Euro pro gefundener Schrift). Aufgrund der Kosten empfiehlt sich eine entsprechende Schulung, wie sie das FIZ Karlsruhe anbietet sowie das Studium der Preislisten. 

Unterstützung finden Forscher und Erfinder bei insgesamt 21 deutschen Patentinformationszentren (PIZ) http://www.patentinformation.de . Sie ermöglichen den Zugang zu originalen Patentdokumenten und führen Auftragsrecherchen durch. Weitere Informationen erhalten Sie auch bei TLB.